letzte Aktualisierung: 05.09.2010       Anmelden

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Gerit läuft den Salzburg-AMREF-Marathon 2010

Nach gezielter und intensiver Vorbereitung für den AMREF-Marathon bin ich bereits am Samstag dem 15.05. in Salzburg eingetroffen. Grau in Grau präsentierte sich die Mozartstadt an diesem Tag und die Temperaturen lagen gerade mal bei ca. 10°C, aber es sollte an diesem Tag trocken bleiben. Startnummern und Goodiebag wurden in der Universität, welche unter der Hohenfestung Salzburg liegt, ausgegeben.

Die kostenlose Verpflegung stand ganz im Zeichen von Bio und Fair-Trade, habe mir anstatt der öden Nudeln einen Gemüsestrudel reingezogen und habe meine Wahl nicht bereut. Zum Trinken gabs, na was wohl? Natürlich Stiegl Bier. Hätte mich sehr gereizt, bin aber Alkfrei geblieben. Im Anschluss stand noch eine kurze Stadtbesichtigung am Programm. In der Strasse, in der das Hotel lag, gab es ein Festival. Auf mehreren Bühnen traten verschiedenste Musikgruppen auf und so tingelte ich von Jazz zu Blues und Akkordeonmusi.

Sonntag – Marathontag. Der Wecker holte mich um 5 aus dem Bett. Blick aus dem Fenster – starker Regen. Hoffe auf Besserung.

6:00 Frühstück extra für Läufer, reich gedeckter Tisch, alles was das Herz begehrt, bleibe aber beim Altbewehrten: 1 Semmel mit Honig, etwas Obst und Gemüse und dazu viel Tee.

7:00 Blick aus dem Fenster – Regen, Regen, Regen, der Wind hält sich in Grenzen

8:00 ausgestattet mit kurzer Hose, Kurzarmleiberl und Jacke geht’s zum Startbereich, übrigens – es regnet und mir ist saukalt

8:45, Zeit mich von meiner Jacke zu trennen, nur wenige tuns mir gleich, die meisten lassen die Laufjacken an

Während ich mich warmlaufe, teilt der Sprecher mit, dass die Temperatur um den Gefrierpunkt liegt und der Schnürlregen so bald nicht aufhören wird. Na fein.

9:00 der heiß ersehnte Start, jetzt wird mir hoffentlich bald auch in den Fingern warm

Für meine Zielzeit unter 4:00 sollte ich den ersten Halben mit ca. 5:30 laufen, finde aber mein Tempo nicht, bin viel zu schnell, variiere zwischen 04:50 und 05:20

Der Puls bewegt sich um 150, habe noch genügend Spielraum nach oben

Bis nach Hellbrunn (km-5) geht es größtenteils über gut gewalzten Kiesweg, mir ist nicht mehr kalt obwohl es regnet

Durch den Eichetwald geht es wieder nach Salzburg-Stadt

(km-10) ich nehme mein erstes Gel zu mir, leider zu früh aufgerissen, Wasser gibt’s erst in 200 Meter

Vorbei an Schloss Leopoldskron und dem Weiher, auf dem die Regentropfen im Takt der Trommeleinpeitscher tanzen

Um den Mönchsberg herum geht es nach Schloss Mirabell, im Takt von Heavy-Musik gebe ich mir das zweit Gel

Durch die Altstadt geht’s vorbei an der Universität, der erste Halbe ist geschaft – es regnet nur noch leicht

Km-25 der Regen hat aufgehört, durch die vielen Wasserlachen sind meine Socken und Schuhe komplett durchnässt

Die zweite Runde kommt mir viel schneller vor, hatte eigentlich gedacht, wenn man 2 mal das selbe läuft, dann zieht sich die zweite Runde dahin.

Km-30 meine Oberschenkel und Waden melden sich – habe grosse Mühe den Kilometerschnitt auf 05:30 zu halten, Gel 3

Halte mich bis km-39 an eine weibliche Läuferin und sie sich an mich – gemeinsam schaffen wir so die Kilometer zwischen 5:30 und 5:40

Die Beine schmerzen, bei den Labestationen gehe ich jeweils ein Stück um in Ruhe zu trinken

Ersehne schon die Heavy-Bühne, brauche einen Booster, leider gibt es dort nur noch Musik aus der Dose –oh shit

Km-40 meine linke kleine Zehe meldet sich, der nasse Socken hat ihr bestimmt zugesetzt – sehe schon den Zehennagel abfallen

Der letzte Getränkestand vor dem Ziel – gehe wieder ein Stück und verleibe mir Gatorade und Wasser ein.

Versuche die letzten 2 Kilometer wieder 5:30 zu laufen, je näher ich dem Ziel komme umso besser geht’s.

Ich sehe das Ziel, lege noch einmal an Geschwindigkeit zu und renne laut jubelnd wie ein Irrer ins Ziel ein.

Blick auf die Pulsuhr: 3:47:40 netto, habe mein Ziel bei weitem übertroffen. Das kalte Wetter hat sicherlich einiges dazu beigetragen

Als mir ein Mädchen die Medaille um den Hals legte, fühlte ich mich wie geadelt.

Nenikekamen – Wir haben gesiegt.

Als Belohnung gab es Stiegl Bier und Stiegl Radler soviel man verträgt, dazu gabs Bananen, Orangen und ausgezeichneten Streuselkuchen

Nach dem zweiten Radler rebellierte mein Magen, zusätzlich schmerzten meine Beine fürchterlich. Habe schon ganz vergessen gehabt, wie weh diese tun können.

Fazit: Ein Marathon in einer der schönsten Städte Europas (eigene Werbung – trifft sicherlich zu), für Kulturbegeisterte ein Leckerbissen

Gute Organisation, wenig Pomp, dadurch dass die Amref unterstützt wird.

 

 

Gerit

 



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