letzte Aktualisierung: 05.09.2010       Anmelden

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Raunzen, Raunzen Raunzen.
 
So etwas ist in der Ultralaufszene sehr begehrt, wird aber versucht durch Mottos wie "Raunz nicht lauf" zu unterbinden.
 
Was zum Henker haben wir uns wieder dabei gedacht 12 Stunden lang in einem Dorf im Kreis zu laufen und das 230km von meiner Gemeinde entfernt?
 
Die Frage ist einfach, der familiäre Zusammenhalt bishin zur grandiosen Laufstimmung, der Benefizgedanke, das Miteinander und nicht das Gegeneinander, die Freude am Sport sowie dennoch seine Grenzen herauszulotsen. Das gibt es nur auf der Ultralangstrecke.
 
Deshalb war es am 8.5.2010 wieder einmal soweit. Nach dem grandiosen auftakt in Salzburg mit damals 81km wollte ich diesesmal es bei den 12 Stunden wissen.
 
Da erwies sich Vogau als äußerst gut. Vorallem die tolle Stimmung der Zuseher und Betreuer sowie die gute Organisation und der Zusammenhalt der Marktgemeinde Vogau. (Lob auf allen Ehren).
 
Nun um etwas auf die Grunddaten zu sehen. In Vogau gab es mehrere Distanzen bzw. Bewerbe zur Auswahl. Einerseits einen 6 Stundenlauf wo auch Dominik Pacher (Flattach Knt), sowie Marco Lackner (Liezen Stmk) meine beiden Artgenossen mitteilnahmen und natürlich die Königsdisziplin 12 Stundenlauf Einzelbewerb wo meine lieben Ultrahasen wie Dietmar Mücke (Pumuckl), Thomas Primus aber auch mehrere mit teilnahmen.
 
Start war um 8:00 (12h) und um 14:00 (6h) angesetzt.
 
Ich fuhr mit meiner Betreuercrew am Freitag hinaus nach Vogau. Ankunft um 18:00. Dann gab es erstenmal die Startnummernabholung und eine gute Pastaparty alles mitinkludiert.
 
In gemütlicher Atmosphäre und plauschen bauten wir dann unsere zelte auf, die man sich durch gratis Reservierungen "reservieren" konnte.
 
Als dann alles fertig gebaut wurde, und wir neben unseren Kärntner Staffelläufern einquartierung bezogen wurde mit unserem mitgebrachten Griller nochmal ordentlich Kalorien zugeputzt und dann gings ab ins zelt um morgen wieder Fit zu sein!
 
SA, 8.5.2010
 
DER START (08:00)
 
Um 6:00 läutete mein Weckerhandy. Es folgte ein Frühstück (Warmer Milch, Brötchen, Kekse) danach wurde "jaa auch bei einem 12h Bewerb" eingelaufen und gedehnt. Pünktlich um 8:00 ging ich zum STart und wartete den Countdown ab.
 
Dietmar Michaltisch (Organisator) und Zuseher zählten die Zeit hinab.
Los!
Mit langsamen sehr zurückhaltenden Tempo lief ich Kontrolliert weg. Mein geheimes Ziel, meine 125km persönlichen Rekord zu Nichte Machen! Egal ob es nur 1 Meter war oder 20km, hauptsache durchbeißen. Ebenso ein Ziel war es kaum Pausen einzulegen sondern 12h durchzulaufen. (Drei kleine Pausen aufgrund einer Durft musste man natürlich miteinbeziehen).
 
Die Strecke war schön eben, asphaltiert und führte durch die Gassen Vogau. Es war eine 1,8km lange Runde mit mehreren Motivationscheckpoints durch DJ, Radio Antenne Bühne mit Livemusik Rund um die Uhr, Startbereich sowie weitere Anfeuerungsbereiche. Dies macht Vogau zu einem kleinen schönen Wörschach!
 
Anfangs lief ich mit Thomas Primus und wir tratschten nebenbei miteinander, was so unsere nächsten Ziele sind. Danach lief ich etwas schneller, aber zum Glück waren da meine Freunde aus Schwechat "Freunde des Laufsports" die mich sozusagen immer wieder motivierten und mir sogar Tipps meiner Geschwindigkeit gaben mich zurückzuhalten damit ich nicht eingehe.
Kurt Ullreich und Team verdanke ich einiges, ich glaube wären sie nicht gewesen wäre eine zweite Grieskirchen Tragödie mitinbegriffen gewesen.
Danke!
 
Sohn Christian Ullreich begleitete mich mit seinem Bike eine Runde lang, und tratschten so vor uns hin, so verging natürlich auch die Zeit.
Meine Betreuercrew gab auch Ihr bestes. Verpflegten mich rund um die Uhr. PowerGels, Iso..bananen, Kartoffeln, ist sicher keine einfache arbeit immer dann zur stelle zu sein wenn ich vorbeilaufe.
 
Mein Motivationspunkt war vorab bis 14:00 zu rennen (halbzeit) um mich auf die 6 Stundenläufer zu freuen und neue Gesicht sehen zu können. Langsam aber konstant lief ich Runde für Runde.
 
Bei Stunde 5 musste ich schon sehr auf Magnesium, Salz etc.: achten da ich schon kleine Krämpfe zu spüren bekam. Die verschwanden zum Glück während des Laufens aber wieder.
 
Bei der 6 Stundenmarke wars dann soweit meine 6er läufer darunter auch Zeltnachbar Marco und Dominik die hier teilnahmen.
 
Meine Polar Pulsuhr wurde mir nach einer Zeit zur verhängniss. Nach jedesmal auf die Uhr sehen, entschied ich mich wieder die Uhr meinen Betreuern hinzuschmeißen, da mich das die ganze Zeit auf den Nerv ging mir die Sekunden anzusehen, bei der Hälfte des Bewerbs.
 
Im 12 Stundenbewerb lag vor mir ebenso in der Allgemeinen Klasse Läufer David Lilek.
Stunde 8 war bei mir ein absoluter Hirnknackspunkt. Ich erinnerte mich an Grieskirchen 2009, wo ich bei Stunde 8 aufgeben musste. Ich hatte natürlich hier zweifel und wollte ernsthalft eine 30 MINUTEN PAUSE MACHEN!, aber als ich dann wie durch ein zeichen endlich den Sprecher die KM Länge der 12h Läufer anhören konnte, motivierte mich dies wieder und ich hab auf 30 Minuten gepfiffen. Pause, wer braucht das schon? Das lauf ma jetzt durch!
 
KURZ VOR TRÄNEN NAHE
 
auch mit einem großen dankbaren Freudenlächeln im gesicht, bekam ich von der Betreuercrew des erstplatzierten David Lilek "Kartoffeln" und anfeuerung bis zum geht nicht mehr was mich so berührt hat und was mir selber die bestätigung gibt das hier das Miteinander voll und ganz zählt.
 
Danke im Nachhinein!
 
Die letzten 3 Stunden sind angebrochen.
 
Die Hölle auf Erden, wie aber auch immer wieder. Vorallem die Blutblasen machten mir zu schaffen, kurz kamen starke Schmerzen dann verschwanden sie aber auch schon wieder. Auch das laufen funktionierte nicht so recht. Ich tat mir schwer die Beine zu heben, aber gelaufen bin ich dennoch.
 
Die Zuseher machten immer wieder Wellen und applaudierten Kräftigst. Am Boden stand mit markierung ganz Groß "Voi Gas, Marco, Raini, Thomas, Dominik".
 
Diese Knackpunkte trieben mich persönlich voran.
Die letzte Stunde verging dann doch schon schneller als erwartet. Das Adrenalin machte die Schmerzen weg und die Geschwindigkeit hob sich. Die letzten Minuten konnte ich bis zu David Lilek anschließen und wir liefen gemeinsam zusammen die letzten Sekunden herab.
 
Alles Läufer und Betreuer liefen auf der Strecke mit Fahnen und Gesängen.
Auch Dietmar Mücke war barfuß voll auf Fit und Munter.
 
DIE ENDSIRENE!
 
WIr haben es geschaft. Mit etwas über 134km habe ich mein Ziel deutlich erreicht. Ich habe die Bestätigung bekommen, mental lange Distanzen durchzuhalten und dies für das Race Across Burgenland positiv umzusetzen zu können.
 
Danke an alle Betreuer, Zuseher, Läufer und auch Organisatoren und Strasshofern fürs Daumen drücken.
Bilder findet Ihr demnächst unter:
 
http://www.12stundenlauf.at
 
Ergebnisse unter:
http://www.pentek-timing.at/results/show_results_db.php
 
Ewige Bestenlisten:
Wenn aktulisiert unter:
http://www.ultramarathon.at
 
Es konnte 50.000€ der Kinderkrebshilfer zusammen gesammelt werden. Auch dieser Benefizgedanke hat seinen Ziel voll und ganz erfüllt!
 
Und zum guten Abschluss, dass Lied was am 8.5.2010 zum Vogau Song wurde:
http://www.youtube.com/watch?v=rYDuNq-a5b4
 
Wünsche allen schöne sonnige Tage,
 
bis zu den nächste WLC Läufen, auf den Ultralaufprogramm steht nun vorab das ARAB Training im Vordergrund.
 
Ganz liebe Grüße
euer
rainer predl


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