Vienna City Marathon 2010-04-18
Der Wettkampf hat seine eigenen Gesetze!
Vorab:
Ich hatte das besondere Glück, anläßlich des 2500 Jahre Jubiläums, als offizieller Wien Marathon Läufer der Wienenergie diesen VCM zu absolvieren. Dazu habe ich mich, im Rahmen einer unternehmensweiten Ausschreibung im Oktober des vergangenen Jahres beworben und wurde im Jänner gemeinsam mit Paul Wallner von Wienstrom präsentiert. Im Zusammenhang damit stand das Berichtswesen im hierfür eingerichteten öffentlichen Weinenergie Blog, in den wir unsere Trainingserkenntnisse, Wettkampfergebnisse und sonstigen Eindrücke rund um die Vorbereitung eintrugen. Wer möchte kann nachlesen: http: //blog.wienenergie.at.
Zum Wettkampf:
Meine Familie, Paul Tom und Stuki waren heute superpünktlich am vereinbarten Treffpunkt. Wir haben noch jede Menge herumgewitzelt und sind danach zu den LKW´s gegangen, in denen man die Säcke mit der Bekleidung abgibt. Das ging sehr rasch und so begannen wir uns kurz aufzuwärmen. Tom und Stuki sind im Gelben Startblock gestartet, Paul und ich im Blauen. Pünktlich um 9:00Uhr ertönte das Startsignal, wir standen sehr weit vorne, aber ich hatte nicht das Gefühl, dass die Leute vor uns Gasgeben wollten. Über die Startmatte sind wir noch gegangen, dann die ersten Laufschritte. Wir hatten uns eine Pace von 5:00min/km vorgenommen. Ich bin immer ein schneller Starter, aber so schnell wie heute wollte ich es eigentlich nicht angehen. Der erste Kilometer war nach 4:28Minuten vorüber, von da an bemühte ich mich wirklich Tempo herauszunehmen, das gelang mir aber nur bedingt. Immer wieder schlichen sich Kilometer mit einer Pace unter 4:30 ein, die Bremsenergie, die ich für ein langsameres Tempo gebraucht hätte, wollte ich nicht aufbringen. Erste Verpflegestelle mit meinem Sohn Patrick sehr bald passiert, dann im Wiental konnte ich endlich das Tempo anpassen und nahezu einheitliche Zeiten laufen. Paul holte mich etwa bei km 15 ein, von da an liefen wir gemeinsam immer unter 4:50. Es war wunderbar, keine Schwächen und Windprobleme spürte ich auch nicht. Bei km 20 eine weitere Verpflegestelle an der ich mein Flascherl von meiner Frau Karin bekam passierten wir gemeinsam. Danach beendeten wir den HM mit tollen1:42Stunden. Paul war sehr motiviert, das Laufen mit ihm machte sehr viel Spaß. Geredet haben wir nicht sehr viel, denn der Ipod versorgte Paul mit seiner Musik. Liechtensteinstraße und Friedensbrücke überliefen wir gemeinsam, danach, auf der Oberen Donaustraße und Schüttelstraße forcierte Paul das Tempo, was umso bedeutungsvoller ist, weil dort der heftigste Gegenwind zu verspüren war. Ich musste ziemlich kämpfen und konnte (wollte) das Tempo nicht mitgehen. Bei km 30 kam dann das, was kommen musste. Ermüdungserscheinungen mit leichten Verkrampfungstendenzen im hinteren Oberschenkelbereich erforderten das bis dahin hohe Tempo (immer noch 4:50) zu reduzieren, flachere Schritte, weniger Dynamik um ein weiteres Verkrampfen zu vermeiden. Auf der Prater Hauptallee merkte ich, dass ich zusätzlich reduzieren musste, die Oberschenkelmuskulatur machte weiter zu, ab km 35 war nur mehr eine Pace von 6:00 möglich. Diese wollte ich aber unbedingt halten und kämpfte daher sehr intensiv. Die Schmerzen wurden immer mehr, Krampftendenz immer häufiger, glücklicherweise konnte ich bis ins Ziel durchlaufen - es war aber nur mehr Kampf mit dem Krampf. Nach 3:35:47 überhumpelte ich die Ziellinie und war mit dem Ergebnis trotz der Schwierigkeiten sehr zufrieden.
Wenn ich an den vergangenen Mittwoch zurückdenke, mit Fieber und Gliederschmerzen, muss ich sehr froh sein, dass ich überhaupt teilnehmen konnte, dafür ist die Zeit hervorragend.
Ich glaube, dass die Verbindung der Erkrankung mit medikamentöser Behandlung mit dem hohen Starttempo letztendlich zu der Schwächung im letzten Drittel des Marathons führte. Das Ergebnis stimmt mich aber sehr zuversichtlich für meine weiteren Wettkämpfe und Ambitionen.
Ich möchte aber nicht versäumen auch meine Dankbarkeit zum Ausdruck zu bringen.
Die Möglichkeit als offizieller Wienenergie Marathonläufer einerseits mit Mitarbeitern des Unternehmens in Kontakt zu treten und mit Hilfe des Blogs seine Erfahrungen mit diesen und auch anderen Athleten auszutauschen fand ich sehr interessant und animierend. Dahinter steckt aber einiges an Organisation. Mein Dank dafür und die Begeisterung äußert sich in knapp 90 Bloggeinträgen, die ich sehr gerne geschrieben habe. Zu dem Trainingspensum, dass ich in den letzten Wochen abgespult habe gehören auch Entbehrungen in der Familie, meine Frau und mein Sohn sind daran zwar schon gewöhnt, selbstverständlich ist deren Toleranz aber sicher nicht. Vielen Dank an dieser Stelle auch dafür. Danke auch an meinen Coach Dirk, der hervorragende Trainingspläne für mich geschrieben hat, ich habe diese alle in die Tat umgesetzt, und bin schon sehr gespannt auf die weiteren Ziele (bsp. IRONMAN). Auch meine Freunde Tom, Stuki, Andi und auch alle anderen, mit denen ich viele gemeinsame Trainingstunden verbracht habe, für deren kurzweilige Unterstützung, diese machen so manche Trainingseinheit zum Vergnügen. Danke auch an Paul, der mit seinem zwar noch jungen Alter einen sehr großen Ehrgeiz gezeigt hat und einen großen Teil des heutigen Wettkampfes mit mir gemeinsam zurücklegte. Die Trainingseinheiten mit ihm waren ein absoluter Gewinn, er ist ein Pfundskerl, ich würde mich sehr freuen, wenn wir in Kontakt blieben und einige Trainingseinheiten gemeinsam absolvieren könnten. Vielleicht kann ich ihn auch zu einem weiteren Angriff auf eine Zeit unter 200Minuten im nächsten Jahr überreden, denn seine heutige Leistung zeigt, dass noch einiges drinnen ist bei ihm.
Danke an den Veranstalter für einen Superbewerb in unserer geliebten Heimatstadt.
Danke an die vielen Freunde vom LC Strasshof am Streckenrand und alle Zuseher, deren Beitrag ist ein unheimlich wichtiger für alle Athleten in den verschiedenen Leistungsgruppen.
In diesem Sinne - der Tag nach dem Marathon ist auch der Tag vor dem nächsten!
keep on running ;-)
Martin
Paul, Tom, Stuki und ich
PS.: damit mir nicht fad wird und ich nicht unnötig versulze durfte ich heute Abend noch einen Wasserrohrbruch (Siffonschaden) in unserer Küche beheben. Das ist nach einem Marathon auch nicht gerade das was man sich wünscht!