Ironman - Austria am 04.07.2010
Es ist bereits mein dritter Start beim Ironman - Austria in Klagenfurt. Diesmal war ich mit zwei meiner Trainingspartnern am Start. Für die beiden Anderen war dies der erste Start.
Dementsprechend war die Aufregung sehr groß.. Peter - Martin SAX mit der Startnummer 1266, Roman STUKJUNGER mit der Startnummer 938 und ich hatte die Startnummer 1517. Auch heuer gab es wieder viele Überraschungen beim IRONMAN. Wieder sollte es nicht so reibungslos laufen wie ich es geplant hatte. Aus lauter ÄRGER und ENTTÄUSCHUNG konnte ich bei diesem Bewerb nicht einmal den Zieleinlauf so genießen wie ich es gerne getan hätte. Obwohl ich meine Bestzeit doch um einige Minuten verbessern konnte war das Ergebnis bei weitem nicht so wie ich es gerne gehabt hätte. Das Trainingsjahr hat eigentlich sehr gut begonnen. Trotz des langen Winter´s hielt ich alle Trainingseinheiten brav ein. Es waren oft schwere Bedingungen für ein Training aber es ging mir sehr gut. Doch dann kam es, schon beim Training, anders als gedacht.
Es kam eine Verletzung dazwischen, die mich mit meinen Trainingsplan wieder weit zurückwerfen sollte. Ich habe mir beim Eislaufen im Sprunggelenk ein Band gerissen. Ich versuchte sobald es mir wieder möglich war und so gut es eben ging gleich wieder zu trainieren, es machte mir zusätzlich noch meine Zehe am selben Fuß Probleme. Doch das Training musste weiter gehen und so trainierte ich trotz der Schmerzen, unzähligen Blasen, ja sogar mehrmals blutigen Schuh und vielen verbrauchten Tapebändern weiter. Auch einige Arztbesuche blieben leider ohne Erfolg. Keiner wusste woher die Schmerzen kamen und niemand konnte mir wirklich helfen. Aber all das konnte mich vom Training nicht abhalten. Wie schon bei meinen beiden vorigen Ironman - Teilnahmen, vertraute ich auf das Trainingsprogramm von Dirk JANISCH. Vielen herzlichen Dank für die tolle Betreuung und den sehr aufwendigen Trainingsplan. Die Voraussetzungen waren heuer wirklich nicht perfekt und der große Tag rückte immer näher. Bei meinen Trainingspartnern verlief beim Training alles soweit reibungslos. Ich war wirklich sehr froh, dass ich viele Trainingseinheiten gemeinsam mit den Beiden absolvieren konnte. Auch ihnen an dieser Stelle ein großes Danke! Doch die Zeit war gegen mich. Der große Tag rückte immer näher und die Schmerzen blieben. Dann bekam ich ca. ein Monat vor dem IRONMAN Einlagen angepasst und es begann beim Lauftraining ein wenig besser zu werden. Hoffentlich wird dies bei der großen Anstrengung auch halten dachte ich. Aber versuchen musste ich es auf jeden Fall. Es war wieder ein einwöchiger Urlaub vor dem Großereignis geplant und so fuhr mein Trainingspartner Martin mit seiner Frau Karin sowie meine Frau Sylvia und ich schon am Samsatg vor dem IRONMAN nach Klagenfurt. Wie schon im Vorjahr sind wir mit Wohnwagen und Zelten angereist. Das ist für uns Athleten sehr einfach, da sich der Start- sowie auch Zielbereich genau visavis vom Campingplatz befindet. Es blieb also genug Zeit die Radstrecke in Ruhe abzufahren, alle meine Angelegenheiten noch zu regeln und natürlich auch mich noch ein wenig zu erholen. Die Woche verlief sehr harmonisch und ich konnte mich wirklich sehr gut entspannen, doch umso näher der große Tag rückte umso nervöser wurde ich.
Die Wettkampfvorbereitungen waren nun abgeschlossen. Das Fahrrad wurde abgegeben nun sind es nur noch wenige Stunden bis zum Start. Ich legte mich trotz des WM-Fußballmatch sehr zeitig zu Bett damit ich um 4:30 Uhr (kurz nach Mitternacht) in der Früh auch ausgeschlafen bin. Meine beiden Mitstreiter hatten leider keine so ruhige Nacht. Es gab zur Feier nach dem Fußballmatch offensichtlich ganz in der Nähe eine große Feier die sehr lange und sehr laut verlaufen ist und auch ein Feuerwerk störte die Nachruhe der Beiden. Ich hatte Glück, ich habe wunderbar geschlafen und nur wenig von diesen Unruhen mitbekommen. Das Frühstück wurde eingenommen und letzte Vorbereitungen wurden getroffen denn um 7:00 sollte es losgehen. Der Schwimmstart fand wie jedes Jahr im Klagenfurter Strandbad statt. Eine unglaubliche Anzahl von Menschen war schon so zeitig in der Früh auf den Beinen um ihre Liebsten anzufeuern oder auch nur einfach bei diesem tollen Ereignis dabei zu sein. So aufgeregt wie heuer war ich wirklich noch nie. Aber das gehört einfach dazu dachte ich. Vielleicht ist das bei mir ein gutes Zeichen. Ich (Wir) wurden noch von Freunden, Verwandten sowie unseren Frauen begleitet und motiviert. Wir verabschiedeten uns und gingen gemeinsam zum Start. Wir suchten uns einen angenehmen Platz zum starten. Durch den Lärm der Musik und auch durch die Hintergrundgeräusche aber vielleicht auch nur durch die Aufregung habe ich auch heuer den Startschuss überhört. Aber ich folgte einfach den anderen Athleten. Und los ging´s. Die erste Hürde galt es zu bewältigen. 3,8 km schwimmen. Diesmal war der Start relativ reibungslos. Ich hatte schon nach 200 - 300 m genug Platz zum schwimmen. Ich habe mir ein wenig Platz geschaffen, erst im Lenkkanal wurde es wieder ziemlich eng. Ich hatte meinen Rhythmus und alles lief sehr gut. Ich wusste meine Freunde, meine Tochter, mein Bruder sowie meine Frau würden dort schon auf mich warten. Die Stimmung war sehr gut und auch das Wetter war zu diesem Zeitpunkt noch nicht so heiß wie es vorhergesagt wurde. Ich war mit meiner Schwimmzeit von 01:11:16 sehr zufrieden. Auch Roman war sehr, sehr schnell. Er war nur knapp hinter mir und kam mit einer Spitzenzeit von 01:11:39 ebenfalls in die Wechselzone. Martin benötigte eine Zeit von 01:17:31 und auch er hatte mit dieser Leistung schon bei der Schwimmzeit seine erwartete Zeit unterboten.
In der Wechselzone verlief eigentlich alles nach Plan. Meinen Freund Roman sah ich leider in der Wechselzone nicht und so begann ich mit meiner Lieblingsdisziplin- dem Radfahren. 180 km und insgesamt 1700 hm mussten bezwungen werden. Das Wetter spielt heute offensichtlich total verrückt. In der ersten Radrunde war das Wetter noch nicht all zu heiß doch in der zweiten Radrunde war der Sonnengott ohne Erbarmen. Die Hitze war unerträglich und forderte den Athleten alles ab. Ich war guter Dinge und alles verlief soweit nach Plan, als am Ende der ersten Runde ein Schiedsrichter mir die schwarze Karte vor die Nase hielt und ich für 6 Minuten wegen Windschattenfahrens in die Penaltybox musste. Ich war ziemlich sauer - mehr auf mich selbst, da ich nicht aufgepasst hatte. Am Anstieg zum Faak am See standen meine Frau Sylvia mit meiner Tochter Bettina, meinem Bruder Andi sowie einigen Freunden um mich und auch Roman und Martin anzufeuern. Auf dieser langen Strecke begleitet zu werden trägt einen richtig weiter. Es ist ein schönes Gefühl, nicht allein auf der Strecke zu sein. Die Unterstützung und die tolle Stimmung auf der Strecke in Klagenfurt ist wirklich weltklasse, das muss auch einmal gesagt sein. Doch das Wetter war heute wie im April. Plötzlich kam ein heftiger Wolkenbruch, die Straße war wahnsinnig nass und ich musste verdammt aufpassen um mit dem Rennrad nicht in einer Kurve weg zu rutschen. Nach einer unglaublichen Zeit von 05:27:30, wobei noch die 6minütige Strafe abgerechnet werden sollte - also tatsächliche Fahrzeit von 05:21:30 wechselte ich zur Laufstrecke. Roman war mir schon sehr knapp auf den Fersen, er wechselte nach einer super Zeit von 05:41:15 auf die Laufstrecke. Und auch Martin lag auf der Radstrecke sehr gut in der Zeit, wobei seine Paradedisziplin ja noch vor ihm lag, kam er in einer Zeit von 05:57:52 nach der Radstrecke in die Wechselzone um die letzte Disziplin - den Marathon - zu bestreiten. Ich fühlte mich zu Beginn ziemlich gut, so gut wie noch nie auf der Laufstrecke. Ich legte die ersten Kilometer in einen guten 6 Minutenschnitt zurück und hatte ein echt gutes Gefühl. Doch schon bei km 7 wurden meine Beine immer schwerer und das schnelle Tempo auf der Radstrecke begann sich zu rächen. Die Sonne brannte auf meine Haut, es war wieder unglaublich heiß geworden. Solche Bedingungen hatten wir heuer kaum beim Training. Es war schwierig, doch dann sah ich auf die Uhr und wusste, ich werde meine Zeit nicht um sehr viel unterbieten können. Dieser Gedanke bremste mich auch noch ein wenig und der IRONMAN begann wirklich weh zu tun. Ich bemühte mich trotz der schweren Beine wenigstens weiter zu laufen, wenn auch in einem relativ langsamen Tempo - aber ich lief. Es war schön, dass auf der Laufstrecke meine Freunde, Verwandte und Bekannten so aufgeteilt waren, dass ich immer wieder sehr viel Motivation hatte weiter zu laufen. Die Fans tragen dich wirklich.
Es begann mir wieder ein wenig besser zu gehen. Ich sah, dass auch Roman mir ein wenig näher kam und ich fühlte mich gut, also begann ich mein Tempo wieder ein wenig zu erhöhen. Im nachhinein betrachtet, ein wenig zu spät, denn ich hätte sicher auch schon ein wenig früher beginnen können das Tempo zu steigern. Aber später ist man immer schlauer. Das war ein FINISH! Ich habe es fast geschafft. Hunderte Menschen jubeln mir zu. Das Ziel ist erreicht. Meine Marathonzeit erreichte ich in einer Zeit von 04:57:52. Meine FINISH - Zeit ist somit mit 11:40:51 meine absolute Bestzeit. Knapp dahinter kam Roman ins Ziel mit einer Marathonzeit von 04:46:36, tolle Leistung - er hat auch trotz der Krämpfe in den Beinen beim Marathon nie aufgegeben. Seine FINISH - Zeit war 11:49:29. Martin machte die Hitze auch ganz schön zu schaffen, ich denke er hat sich den Marathonlauf (seine Paradedisziplin) auch ein wenig leichter vorgestellt aber er war bis zuletzt motiviert und schaffte den Marathon in einer super Zeit von 04:47:09 und kam somit bei seinem ersten IRONMAN in einer unglaublichen Zeit von 12:15:06 ins Ziel. Überglücklich, empfangen von meiner Frau Sylvia machte ich mich gleich danach auf den Weg zum Wohnwagen. Diese Enttäuschung musste ich erst verarbeiten. Aber es sind gleich wieder neue Ziele gesteckt und in zwei Jahren werde ich wieder starten und ich weiß, es wird sicher wieder ein tolles Erlebnis werden.
Hier an dieser Stelle nochmals ein herzliches Danke an alle, die mich an diesem langen Tag motiviert und unterstützt haben und auch herzlichen Glückwunsch an meine beiden Trainingspartner, die ihren ersten Ironman mit einer gigantischen Zeit bewältigt haben. Ich komme sicher wieder, stärker als ich je war.
Thomas Czermak